Paradies

Die Wiese leuchtet gelb, weiß, blau und grün. Der Apfelbaum mit den kleinsten Früchten hat die schönsten Blüten. Unterm Baum ist es so laut, dass einem die Ohren surren. Ich freue mich schon auf den Honig meines Onkels im Wissen, dass er auch Inhaltsstoffe von meinem Garten beinhalten wird. Ein weißer halblädierter Schmetterling findet sein Pendant und spielerisch umkreisen sie sich. Die Hummel vor mir weiß gottseidank nicht, dass sie eigentlich nicht fliegen könnte und trinkt vom blauen Blütenkelch. Der Boden scheint ob der vielen Maulwurfshügel gut durchlüftet. Eine Amsel trällert in unmittelbarer Nähe ihr Lied. Viele unterschiedliche Duftnuancen erreichen meine Nase. Die Narzisse macht dabei am lautesten auf sich aufmerksam. Es herrscht Stille. In mir. Ehrfurcht erfüllt mich. Ich habe keine Ahnung, wieviele Lebewesen tatsächlich meinen Garten besiedeln. Ich bin ein kleiner unbedeutender Teil davon. In diesem Augenblick fühle ich mich unsagbar reich. Mein Herz geht über und Dankbarkeit erfüllt mein Sein.